Maria Magdalena: Karfreitag


Sie hat die ganze Nacht nicht geschlafen, gestern das gemeinsame Abendessen, die heiligen Rituale … und dann kamen schon die Behörden … mitten in der Nacht und holten ihn. Sie ist die ganze Zeit auf den Beinen und folgt ihm zum Hohepriester und zu Pilatus, denn sie kennt beide persönlich, hat Zugang zu den Mächtigen des Landes. Doch in diesem Falle hilft es nichts, die Dinge nehmen ihren Lauf, die Ereignisse überschlagen sich schon in den allerfrühestenen Morgenstunden. Sie spürt, dass da etwas Größeres bereits seinen Lauf genommen hat … wo sind die anderen? Alle davon gelaufen! Die Hose gestrichen voll! Ah, Maria, ihre Schwiegermutter … auch sie ist da … gemeinsam bleiben sie bei ihm, ihrem Sohn bzw. geliebten Gefährten. ICH BIN DA. ICH LASSE DICH NICHT ALLEINE. Sie schaut nicht weg. Sie schaut hin. Sie bezeugt. Sie ist präsent. Sie ist da. Sie ist wie ein Anker, eine Nische der Klarheit an diesem turbulenten Tag, an dem sich in einigen wenigen Stunden das Leben vieler komplett umgedreht hat. Sie schenkt Blickkontakt, wenn alle anderen fort sind. Sie hält ihr Herz offen und strahlt Verbundenheit in dieser Extremsituation aus. Sie steht fest auf ihrem Grund, unerschütterlich … und verströmt das Geschenk der femininen Präsenz. Was für eine Leaderin!

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Und hier geht’s noch zu den Karfreitag-Memoiren der Maria Magdalena.

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